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Startseite » Nachrichten » 2002
Holländer Jos Harms gewinnt Münsterland-Tour

25. August 2002 - Die Münsterland- Tour der Junioren gewann nach Reinier Honing im vergangenen Jahr auch diesmal ein Holländer. Jos Harms setzte sich durch vor seinem Landsmann Marc de Maar und dem Dänen Matti Breschel. Jos Harms hatte das Führungstrikot auf dem zweiten Teilstück der zweiten Etappe erobert, als er in einer 13-köpfigen Spitzengruppe als Sechster ins Ziel kam.

Bereits am Freitag zur Auftaktetappe in der Münsteraner Innenstadt trumpften die Holländer auf dem Kopfsteinpflaster des Prinzipialmarktes stark auf. Das Rundstreckenrennen über 71 Kilometer wurde von Beginn an schnell gefahren. Immer wieder gab es kleine Gruppen, die versuchten, sich vom Feld zu lösen. Mehr als ein paar Sekunden waren aber nicht drin. Zum Schluss des Rennens konnte sich eine fünfköpfige Gruppe lösen, zu der der holländische Zeitfahrmeister Thomas Dekker aufschloss und schließlich vorbeifuhr. Am Ende musste er aber Jos Harms den Vortritt lassen. Alexander Kleinschmidt (Württemberg) und Achim Wangler (Sachsen) waren als Dritter und Vierter die besten Deutschen an dem Tag.

Beim Zeitfahren über neun Kilometer trumpfte dann Thomas Dekker groß auf. Mit 10:58 min hatte er die Konkurrenz im Griff und verwies Marc de Maar mit einem Vorsprung von 28 Sekunden auf den zweiten Platz. Heinrich Haussler (Nationalteam Deutschland) belegte eine Sekunde dahinter Platz drei. Das Führungstrikot wechselte zu Thomas Dekker, der daran aber nicht lange Freude hatte, obwohl viele ihn nun als den Favoriten auf den Gesamtsieg sahen.

Auf dem zweiten Tagesabschnitt der zweiten Etappe über einen welligen Rundkurs in und um Coesfeld setzte sich schon in der ersten Runde eine 14-köpfige Spitzengruppe ab. Mit dabei Fahrer wie der NRW-Meister Artur Gajek (BP Köln-Worringen), der Weltranglistenvierte Matti Breschel (Den), der Luxemburger Andy Schleck und Jos Harms sowie Felix Reinken (Niedersachsen), der später mit Defekt zurückfiel. Diese starke Gruppe harmonierte gut und hatte schnell einen Vorsprung von einer Minute herausgefahren, der nur Mitte des Rennens auf 40 Sekunden schmolz, danach aber wieder anwuchs. Im Endspurt hatte nach 99 Kilometern der Däne Matti Breschel das Vorderrad vor Tom Veelers und Alexander Kleinschmidt. Jos Harms übernahm mit seinem sechsten Platz die Gesamtführung und hatte auf der letzten Etappe in Ibbenbüren einen Vorsprung von einer Sekunde vor Marc de Maar zu verteidigen.

Das wurde ihm auf den 128 Kilometern allerdings schwer gemacht. In einer frühen vierköpfigen Spitzengruppe, die zeitweise einen Vorsprung von fast zwei Minuten hatte, fuhren mit Tom Veelers und Andy Schleck zwei Fahrer, die in der Gesamtwertung weniger als eine Minute zurück lagen. Auf dem bergigen Rundkurs im Teutoburger Wald schmolz dieser Vorsprung aber zusehends. Als die vier eingeholt waren, machte sich der Litauer Andrius Buividas allein auf den Weg. Und auch dessen Vorsprung stieg bis auf zwei Minuten an. In der letzten Runden machten dann alle Favoriten mächtig Druck und holten den Litauer an der Bergwertung ein. Von nun an jagte ein sechsköpfige Gruppe mit allen Anwärtern auf den Gesamtsieg dem Ziel entgegen, die noch auf acht Fahrer auf den letzten Kilometern anwuchs. Im Sprint war nach 128 Kilometern auch diesmal wieder der Däne Matti Breschel vorn. Er verwies Huub Duyn (Ned) und Aldis Abolins (Lat) auf die weiteren Plätze. Mit in dieser Gruppe war auch Jos Harms, dem wieder Platz sechs reichte und damit das weiße Führungstrikot erfolgreich verteidigte. Hinter ihm rangierten im Abschlussklassement sein Landsmann Marc de Maar und Matti Breschel, der mit seinem zweiten Tagessieg noch den Sprung auf das Siegerpodest schaffte.

Die zweite Austragung der Münsterland Tour, früher als Rolinck-Tour bekannt, war sportlich ein voller Erfolg. So ziemlich alle Fahrer, die in der Weltrangliste vorn zu finden sind, waren am Start und machten das Rennen bis zum Schluss offen. Das organisatorisch nicht alles wie am Schnürchen lief, schien Organisator Rudi Wegmann nicht weiter zu beeindrucken: „Ich schaue gelassen auf das nächste Jahr. Und Pannen gibt es doch überall." Er spielte damit auf das sich als schwierig gestaltende Genehmigungsverfahren eines Etappenortes an, weshalb die gesamte Rundfahrt zu kippen drohte. Für nächstes Jahr aber ist der Münsteraner bereits optimistisch, denn Sponsorenzusagen hat er bereits in der Tasche und mit dem 19. bis 21. September einen vielleicht optimalen Termin vor der Weltmeisterschaft. René Penno


     




Die Sponsoren:

 
                 
 
       


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