Von zerlegten Tandems, übermotivierten Teamchefs sportlichen Sponsoren und einzulösenden Wettschulden: Beobachtet am Rande der Sparkassen-Münsterland-Tour 2008
 | Streithälse: Offensichtlich übermotiviert lieferten sich die Teamchefs der Nationalmannschaft Großbritanniens und des Avia-Teams Waasland aus Belgien am Sonntag in Sünninghausen eine Auseinandersetzung, die über die rein sportliche hinausging. Die Jury kannte dazu, auch wegen der mangelnden Vorbildfunktion für den Nachwuchs, keine Gnade. Das Fehlverhalten kostete jeden der Sportlichen Leiter 100 Schweizer Franken Strafe. Zwei Briten wurden nach einem irregulären Sprint, der zwei Konkurrenten zu Sturz gebracht hatte, sogar disqualifiziert und mit 200 Franken Strafe belegt. Siegerehrung: Erst im kleinen Kreis und am Mannschaftsauto gab es für die Nationalmannschaft Deutschlands am Sonntag die Ehrenpreise für den Sieg in der Teamwertung. Auf Grund der Auseinandersetzungen der Briten und der Belgier lag zur Siegerehrung noch kein offizielles Teamergebnis vor. Die Siegerküsse gab es nachträglich aber trotzdem.
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 | Lob: Sichtlich beeindruckt vom Niveau der Organisation zeigte sich am Wochenende auch der Bundestrainer. „Eindrucksvoll gemacht, dieses Rennen hat Stil“, so Helmut Taudte, Teamchef der Nationalmannschaft Deutschlands.
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 | Tandem I: Nicht nur im Sponsoring der Junioren-Rundfahrt arbeiten die Sparkassen Beckum-Wadersloh und Münsterland-Ost in die gleiche Richtung. Wilhelm Holtrup und Wolfram Gerling gingen im Rahmen des Beckumer Zeitfahrens sogar selber an den Start. Der Versuch mit dem Tandem musste allerdings abgebrochen werden, das Vorderrad des Gefährtes war der Belastung des Rennens nicht gewachsen und verbog. Anschließend trat das Sparkassen-Duo mit eigenen Fahrrädern an und fuhr auf Platz drei.
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 | Tandem II: Wettschulden sind Ehrenschulden. Also musste auch Johannes Hohenhorst, Koordinator der Etappen der Sparkassen-Münsterland-Tour am Wochenende aufs Rad. Gemeinsam mit Maria Robbert, Leiterin des Marien-Kindergartens Sünninghausen, hatte er eine Runde auf der echten Strecke zu radeln. Das war die Folge einer verlorenen Wette bei der Sportwoche in Sünninghausen am 1. Juni. Diesmal hielt das Tandem bis ins Ziel.
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 | Geburtstag: Ab Freitag hätte er eigentlich Auto fahren dürfen, zunächst stieg er aber aufs Rad. Dave Lens aus dem belgischen Team Sport&Steun Leopoldsburg feierte am Freitag bei der Sparkassen-Münsterland-Tour seinen 18. Geburtstag und bekam vor dem Start die dazu passende Torte. Nur einen Tag später schied Lens auf der Etappe in Wadersloh jedoch aus.
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 | Angefahren: Ausgerechnet der Etappen-Koordinator und damit einer der Köpfe der Rundfahrt konnte das Wochenende nur humpelnd erleben. Bei den Aufbauaurbeiten in Oelde war Johannes Hohenhorst von einem Fahrzeug angefahren und am Fuß verletzt worden. „Sehr schmerzhaft“, so Hohenhorst, biss die Zähne zusammen und humpelte weiter, bis am Sonntagnachmittag die Rundfahrt erfolgreich abgewickelt war.
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 | Teure Verpflegung: Ihre fehlende Erfahrung kam Nachwuchsfahrer Jan Elfers und seinem Sportlichen Leiter Ludger Mester von der RG Münsterland am Wochenende teuer zu stehen. Auf der Etappe in Wadersloh eröffneten sie die Verpflegung bereits auf den ersten 50 Kilometern der Etappe. Das kostete am Ende 200 Schweizer Franken Strafe. 50 für Elfers, 150 für Mester.
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 | Wetterfolgen: Regen am morgen gegen sechs zum Start des Aufbaus und dann ab sieben nur noch Sonnenschein - eine schlechte Kombination für alle Helfer. Mit Sonnencreme hatten sich nämlich am Samstag die wenigsten versorgt, als sie in den frühen Morgenstunden und bei noch nicht so optimalen Witterungsaussichten in die zweite Etappe gestartet waren. Danach schien die Sonne aber um so heftiger. Entsprechend gerötet präsentierten sich anschließend einige der „Macher“ nach einem Tag in der prallen Sonne.
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 | Hunger: Eigentlich müsste Beckum ja Erfahrung haben. Ausgerechnet in der einzigen Etappenstadt, die nicht neu im Programm war, ging in diesem Jahr das Essen aus. Einige Fahrer, die nach dem Zeitfahren zu spät zum Buffet erschienen, gingen erstmal leer aus. „Das darf natürlich nicht passieren“, so Cheforganisator Johannes Hohenhorst. „Wir hatten eigentlich ganz klar bestellt, aber der Hunger der Junioren hat die Verantwortlichen für das Essen wohl trotzdem noch überrascht.“
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 | Hauptsache ins Ziel: Aufgeben gilt nicht, dachte der Hesse Matthias Mortka wohl auf der letzten Etappe der Sparkassen-Münsterland-Tour in Sünninghausen. Mit 22:27 Minuten Rückstand auf den Sieger und damit nochmals 1:06 Minuten hinter der letzten Gruppe erreichte der 17-Jährige schließlich das Ziel auf der Oelder Straße, während die Siegerehrung bereits lief. Applaus bekam Mortka trotzdem, immerhin hatten 41 Fahrer die letzte Etappe nicht beendet. Auf den ersten drei Etappen hatte Mortka dagegen fast nichts verloren, in der Gesamtwertung, in der er am Ende auf Platz 79 geführt wird, hat er 26:44 Minuten Rückstand. Auf Platz 80 landete Marvin Simon - mit einem Zeitabstand von 49:10 Minuten auf den Sieger Jakob Steigmiller. |