Kurze erfolgreiche Radsporttradition im Etappenort Waderloh

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 Start zu einem der Wadersloher Radrennen in den 1950er Jahren
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 Reinhard Karger und Arnold Stöckler aus Wadersloh und Diestedde waren bei den Rennen dabei
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Wadersloh, 5. Juni 2008 (sts). Vom 20. bis 22. Juni treffen sich die weltbesten Junioren-Radsportler im Kreis Warendorf. Im Rahmen der Sparkassen-Münsterland-Tour wird die zweite Etappe der Rundfahrt dabei in Wadersloh ausgefahren. Damit knüpfen die Veranstalter gemeinsam mit Wadersloh-Marketing nach mehr als einem halben Jahrhundert an eine kurze aber erfolgreiche Radsport-Tradition in der Gemeine an. Das hat Sylvia Voß, Geschäftsführerin von Wadersloh-Marketing herausgefunden.
„Auf einmal tauchten bei der Vorbereitung zu dem Rennen am 21. Juni uralte Fotos auf“, sagt Voß. Grund genug für weitere Recherche. Das Ergebnis: In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es zuletzt Radrennen in Wadersloh. „Das letzte wohl 1956“, so Voß. Die Fotos belegen dabei einen großen Zuschauerzuspruch an der Strecke. „Wenn wir so viele Zuschauer jetzt auch wieder an die Straße bekommen, das wäre optimal“, so Voß.
„Rund um die Hermannshöhe“ hieß das Rennen in Wadersloh damals. Daran erinnern sich die beiden Radsport-Urgesteine Reinhard Karger und Arnold Stöckler aus Wadersloh und Diestedde, die bei den Rennen selber noch aktiv waren. Der heute 76-jährige Stöckler allerdings nicht ganz so erfolgreich: „Ich war nur 1956 dabei, und da bin ich gestürzt“, erzählt der Radsportler. Karger hat auch die ersten Rennen in Wadersloh aktiv miterlebt: „Start und Ziel waren bei Sellhorst“, so der heute 72-Jährige. Die Runde hatte 3,2 Kilometer Länge und führte unter anderem über die Stromberger und die Ackfelder Straße. „Da war richtig was los. Es war alles abgesperrt und die Leute mussten Eintritt zahlen, aber es war richtig voll“, erzählt Karger.
Motor des Radsports in Wadersloh sei damals ein Niederländer gewesen, Matthias Snakers war nach dem Krieg in Wadersloh hängen geblieben. Für ihn waren die Veranstaltungen durch die Eintritt zahlenden Zuschauer auch ein Geschäft. Dafür mussten auch die Teilnehmer zahlen. Normal waren damals Startgelder von zwei Mark, „in Wadersloh waren es glaub gleich fünf“, erinnert sich Karger. „Und um das ganze für die Zuschauer noch interessanter zu machen, gab‘ es sogar Steherrennen“, erzählt Karger. Dabei fahren die Radsportler hinter Motorrädern und erreichen entsprechend höhere Geschwindigkeiten. Im wirklichen Leben war Snakers in Wadersloh Schuhmacher. „Er hat auch Radrennschuhe gemacht damals. Seine Werkstatt hatte er bei Sellhorst“, so Karger. 
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 Start auf der Bahnhofstraße
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„Das waren noch Zeiten. Das Material, die Fahrräder, man musste alles erstmal organisieren. Rabeneick, das war die Marke damals. Das bin ich auch gefahren“, erzählt Stöckler. Auch die Reisen zu den Radrennen waren ein Abenteuer für sich. Zu den Rennen im Münsterland, Ruhrgebiet oder in Ostwestfalen konnte man ja noch mit dem Rad fahren. Wenn das Material hielt. „Einmal ist mir auf dem Weg zu einem Rennen nach Paderborn die Gabel gebrochen. Kurz vor Dellbrück. Da blieb mir dann nichts anderes übrig, als zu Fuß wieder nach Hause zu gehen“, erzählt Karger. Zu den Rennen in der weiteren Umgebung ging’s mit dem Zug. „Da mussten wir dann um fünf Uhr in Hamm sein, um die entsprechenden Züge zu bekommen“, erinnert sich Stöckler. 
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 Gefragt: Mit Arnold Stöcklers Käfer ging es zu den Radrennen
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Schließlich war der seit 1953 beim Radfahrverein Beckum aktive Senior einer der ersten Radsportler, der sich den Luxus eines Autos leisten konnte. „Ein VW-Käfer mit 24 PS“, so Stöckler. Und mit Erfindungsreichtum mit genug Platz für vier Fahrräder auf dem Dach. Seitdem war Stöckler auch bei den Rennradsportlern aus Ahlen, Beckum und Oelde ein gefragter Mann. Bis in den Schwarzwald waren die Radsportler zu Rennen unterwegs. „Da habe ich mal eine Garnitur Damenunterwäsche gewonnen“, erinnert sich Karger. Eigentlich habe er diese für später aufheben wollen, wenn er eine Frau habe. „Aber dann hat sie irgendwann meine Mutter gewonnen“, so Karger. Aber auch andere Auszeichnungen bei Radrennen waren nicht ganz einfach. „In Beckum gab es zum Beispiel den Möbelpreis, da gab’ es dann für die Sieger zum Beispiel einen Sessel. Das Problem war nur, wie bekommt man den dann mit dem Rad nach Hause“, erzählt Stöckler. „Da hatte dann mal der Zehnte mehr Glück, der bekam vielleicht noch ein Bügeleisen.“
Die Geschichte der Radrennen in Wadersloh verliert sich nach 1956. „Ich wüsste nicht, dass es danach nochmals Radrennen in Wadersloh gegeben hat“, so Stöckler. Und auch die Spuren von Snakers verlaufen sich. „Irgendwann 1952 oder 1953 gab es mal Krach im Verein, da fehlten irgendwie 1000 Mark“, erinnert sich Karger.
Die zweite Etappe der internationalen Junioren-Rundfahrt beginnt und endet am Kirchplatz in Wadersloh. Von dort wird eine 7,3 Kilometer lange Runde gefahren, insgesamt sind die Junioren dabei 87,6 Kilometer unterwegs. Für Bürgermeister Theo Westhagemann, selbst begeisterter Radsportler, bot sich mit dem Radrennen die richtige Gelegenheit zur richtigen Zeit: „Mit der Wadersloh Marketing haben wir eine Organisation geschaffen, die die Ausrichtung dieser und ähnlicher Veranstaltungen in Wadersloh ermöglichen kann. Dazu passte die Anfrage der Radsportler perfekt“, so Westhagemann.
Die Einzelheiten zu den vier Etappen der Rundfahrt und zum Programm stellen die Verantwortlichen am heutigen Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Beckum vor. Wie in Oelde ist auch in Wadersloh ein so genanntes „Fette-Reifen-Rennen“ geplant. Dabei können Kinder Im Alter von sechs bis sieben sowie acht bis zehn Jahren mit ihren normalen Fahrrädern auf einer verkürzten Runde an den Start gehen. Zu gewinnen gibt’s dabei Sachpreise und Pokale und für alle Kinder eine Urkunde.  Anmeldungen zum Teamzeitfahren und den Fette-Reifen-Rennen

Ab sofort sind über diese Seite Anmeldungen zu den „Fette-Reifen-Rennen“ und dem Teamzeitfahren im Rahmen der Sparkassen-Münsterland-Tour in Oelde, Wadersloh und Beckum möglich: Anmeldeformular 


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